Die besten Aussichtspunkte in Karlovy Vary | 4 Panoramen in 90 Minuten

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16.05.2026

Die beste Aussichtspunkt-Route in Karlsbad: 4 Aussichten in 90 Minuten — abseits der Touristenmassen

Die meisten Besucher Karlsbads verbringen den ganzen Tag im Tal — zwischen Kolonnaden, Quellen und Cafés. Sie fahren ab, ohne die Stadt je so gesehen zu haben, wie sie wirklich aussieht: von unter einem grünen Walddach, aus einer Höhe, in der kein einziger Reisebus auftaucht.

Über der Stadt, verbunden durch einen einzigen Waldpfad, liegen vier Aussichtspunkte. Jeder hat seinen eigenen Charakter. Jeder hat seine eigene Geschichte. Einheimische laufen die ganze Route in der Mittagspause. Touristen — wenn sie überhaupt davon wissen — gehen sie selten. Das ist ein Fehler.

Wir sind die ganze Strecke abgelaufen und haben alles aufgeschrieben: die genaue Reihenfolge der Punkte, Orientierungszeichen, Gehzeiten, Rastmöglichkeiten — und für welchen Aussicht sich der Aufstieg wirklich lohnt.


Die Route auf einen Blick

Start: Marktkolonnade (Tržní kolonáda) Route: Zámecký vrch → Anglikanische Kirche → Peter-der-Große-Aussicht → Mayerův gloriet → Kristýna-Aussicht → Hirschsprung → Straße Pod Jelením skokem → rechts abbiegen → Grandhotel Pupp Ziel: Grandhotel Pupp (optional — Standseilbahn zur Diana-Turm) Dauer: 1–1,5 Stunden ohne Eile Schwierigkeitsgrad: mittel — es gibt Anstiege, bequeme Schuhe sind Pflicht Kosten: kostenlos


Start: Marktkolonnade

Die Route beginnt an der Marktkolonnade (Tržní kolonáda) — einer kleinen Holzkolonnade im Schweizer Stil im Herzen des Kurviertels. Zwei Quellen befinden sich hier: Karl IV. und die Marktquelle. Wer das Wasser noch nicht probiert hat — hier ist der richtige Ort. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig, aber das ist das eigentliche Karlsbad.

Von der Kolonnade beginnt der Aufstieg über den Zámecký vrch (Schlossberg) — den Hügel mit dem Schlossturm, der von überall im Stadtzentrum zu sehen ist. Der Aufstieg ist angenehm: Der Weg schlängelt sich durch Grün, und die ersten Blicke auf die Ziegeldächer unten eröffnen sich.


Wendepunkt: Die Anglikanische Kirche

Auf dem Weg nach oben passiert man die Anglikanische Kirche (Anglický kostel, erbaut 1877) — eine kleine neugotische Kapelle, die für die britischen Aristokraten gebaut wurde, die im 19. Jahrhundert scharenweise zu den Heilwässern kamen. Karlsbad war damals eines der modischsten Ziele der gesamten europäischen Elite.

Goethe kam 13 Mal hierher. Beethoven, Schiller, Chopin, Karl Marx — die Liste der berühmten Kurgäste liest sich wie ein Verzeichnis der europäischen Geistesgeschichte. Und alle stiegen auf diese Hügel.

Hier links abbiegen — in den Wald. Das ist der Beginn des Pfades, der alle vier Aussichtspunkte verbindet.


Punkt 1: Peter-der-Große-Aussicht (Výhlídka Petra Velikého)

Der erste Halt ist die Peter-der-Große-Aussicht. Historischen Überlieferungen zufolge ritt der russische Zar Peter I. am 11. November 1712 — während seines zweiten Kuraufenthalts — auf eine Wette hin auf einem ungesattelten Pferd den steilen Felsabhang hinauf. Seitdem trägt der Weg seinen Namen.

Der Weg zur Peterhöhe über dem Hirschsprung wurde bereits im 18. Jahrhundert angelegt. Von der Plattform aus blickt man auf das Kurzentrum in der Teplá-Talsenke — die Grand-Hotels, die Kolonnaden, die Kirchtürme. Wer zum ersten Mal in Karlsbad ist — dieser Blick erklärt alles: warum Kaiser hierher kamen, warum Dichter hierher kamen, warum Menschen seit 600 Jahren diese Reise auf sich nehmen.

Hier innehalten — es gibt Bänke, und fast niemanden sonst. Bestes Licht für Fotos: morgens und am späten Nachmittag, wenn die Sonne entlang des Tals fällt.

Petr 1 Karlovy Vary

Punkt 2: Mayerův gloriet (Mayerův gloriet)

Wenige Minuten weiter auf dem Pfad — der Mayerův gloriet. Dies ist vermutlich der älteste Aussichtspunkt des gesamten Kurorts: ein Holzpavillon, den im Jahr 1804 ein wohlhabender Wiener Kaufmann namens Mayer — ein gebürtiger Karlsbader — auf dem Felsgipfel beim Hirschsprung errichten ließ.

Der Gloriet ist klein, aus Holz, fast spielzeughaft vor dem Hintergrund des Waldes. Touristen finden ihn selten — die meisten laufen geradeaus weiter zum Hirschsprung und bemerken die Abbiegung zum Gloriet nicht.

Hier lohnt sich nicht der Ausblick, sondern das Gefühl. Stille. Waldgeruch. Alte Holzdielen unter den Füßen. Das ist es, weswegen Menschen nach Karlsbad kommen — und was kein Tourismusprospekt zeigt.

Tipp: Wer Zeit hat — hier 10 Minuten sitzen. Man will danach nicht mehr weg.

View point Karlovy Vary

Punkt 3: Kristýna-Aussicht (Výhlídka Kristýna)

Weiter auf dem Pfad — der nächste Halt ist die Kristýna-Aussicht. Weniger bekannt als der Hirschsprung — und genau deshalb interessanter. Keine Reisegruppen, keine Schlange für das Foto.

Von hier öffnet sich der Blick auf eine andere Seite der Stadt — die westliche Seite des Tals, die von keinem anderen Punkt dieser Route aus zu sehen ist. Wer die Stadt aus verschiedenen Winkeln fotografieren möchte — die Kristýna-Aussicht liefert den Blick, der in den meisten Tourismus-Galerien Karlsbads fehlt.

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Punkt 4: Hirschsprung (Jelení skok) — Der finale Ausblick

Der letzte und bekannteste Punkt der Route — der Hirschsprung (Jelení skok). Der Legende nach wuchs die Stadt Karlsbad in diesem Tal dank Kaiser Karl IV., der auf der Jagd einem Hirsch folgte und dabei auf eine heiße Quelle stieß. Auf der Plattform steht die Statue dieses legendären Tieres.

Genauer gesagt: die Statue einer Gemse — und das hat seine eigene Geschichte. Die Gemse ist untrennbar mit Karlsbad verbunden. Sie wurde von Baron August Friedrich Ulrich von Lützow beim Bildhauer August Kiss bestellt — als bewusste Provokation, die funktioniert hat. Jeder Besucher blickt auf das Schild „Hirschsprung” und dann auf die Gemse und runzelt verwirrt die Stirn. Genau das war die Absicht.

Von der Plattform — ein Panorama des gesamten Stadtzentrums. Der Fluss Teplá. Das Grandhotel Pupp. Die grünen Hügel rundherum. Für diesen Anblick hat sich der gesamte Aufstieg gelohnt.

Praktischer Hinweis: Von unten führen 126 Stufen zur Hirschsprung-Plattform. Wir kommen von oben — der Abstieg ist daher sanft.

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Ziel: Abstieg zum Grandhotel Pupp

Vom Hirschsprung steigen wir zur Straße Pod Jelením skokem (Unter dem Hirschsprung) ab und biegen rechts ab — in Richtung Grandhotel Pupp. Der Weg führt bergab durch eine schattige Allee, an einigen Villen des frühen 20. Jahrhunderts vorbei. Rund 10–15 Minuten gemächlichen Schrittes.

Das Grandhotel Pupp ist die Ziellinie. Eines der ältesten und renommiertesten Hotels Mitteleuropas, erstmals eröffnet 1701. Auch wer hier nicht übernachtet — die Lobby ist einen Besuch wert. Von außen: der ideale Ort für das Abschlussfoto.


Optional: Standseilbahn und Diana-Turm

Wer noch Energie und Lust hat — die Standseilbahn zur Diana (Rozhledna Diana) fährt in der Nähe des Pupp ab. Die Bahn wurde 1909 gebaut, der Turm und das Jagdhaus kamen 1912–1914 hinzu. Von oben reicht der Blick über die gesamte Region, nicht nur das Tal.

Die Seilbahnfahrt ist kostenpflichtig; der Zugang zur Aussichtsplattform des Turms selbst ist kostenlos. Jelení skok ist eine Zwischenstation der Standseilbahn — wer müde Beine hat, kann bis Hirschsprung hochfahren, den Ausblick genießen und dann zur Diana weiterfahren, ohne zu Fuß absteigen zu müssen.


Praktische Informationen

Dauer: Die gesamte Route von der Marktkolonnade bis zum Pupp dauert bei normalem Tempo etwa 1 Stunde 15 Minuten. Mit Pausen und Fotos — 1,5 bis 2 Stunden.

Schuhe: Geschlossene, bequeme Schuhe sind unbedingt erforderlich. Der Weg ist ein Waldpfad — mit Wurzeln und bei Regen rutschigem Boden. Sandalen oder Absätze sind nicht ratsam.

Wasser: Bitte mitbringen. Auf der Route gibt es keine Cafés oder Quellen — nur am Anfang bei der Kolonnade und am Ende beim Pupp.

Beste Zeit: Vor 10 Uhr und nach 17 Uhr — weniger Menschen an den Aussichtspunkten, besseres Licht für Fotos. An Wochenenden zwischen 11 und 16 Uhr können am Hirschsprung kleinere Gruppen auftauchen.

Wetter: Die Route verläuft größtenteils unter Baumkronen — bei Sommerhitze kühler als die Stadt unten. Bei Regen wird der Pfad rutschig, besser verschieben.

Hunde: Die Route eignet sich hervorragend für einen Spaziergang mit Hund. Wald, kaum Menschen, kein Verkehr.


Was mitnehmen

  • Bequeme geschlossene Schuhe — unbedingt
  • Wasser — mindestens 0,5 Liter
  • Geladenes Handy — die Aussichten sind es wert
  • Karlsbader Kurtasse — wenn man die Route mit einem Glas Mineralwasser an der Kolonnade beginnen möchte

Warum diese Route besser ist als das übliche Touristenprogramm

Die meisten Reiseführer bieten zwei Optionen: die Kolonnaden im Tal entlanggehen — oder mit der Standseilbahn zur Diana hochfahren. Beides ist gut. Aber die Waldwanderroute gibt etwas, das keines davon bieten kann: das Gefühl, die Stadt selbst entdeckt zu haben.

Vier Aussichtspunkte mit unterschiedlichen Perspektiven und unterschiedlichen Geschichten. Wald statt Touristenmassen. Ein Holzpavillon von 1804, in dem man tatsächlich in Stille sitzen kann. Blicke über die Stadt, die Peter der Große, Goethe, Beethoven, Schiller erlebt haben — sie alle kurten in Karlsbad, sie alle stiegen auf diese Hügel.

Das ist das echte Karlsbad. Nicht nur die Quellen.


FAQ

Ist die Route für Kinder geeignet? Ja, wenn das Kind sicher läuft und sich auf Waldpfaden wohl fühlt. Für Kinderwagen nicht geeignet — der Weg ist uneben.

Kann man die Route in umgekehrter Richtung gehen? Ja. Wenn man beim Pupp startet und durch den Wald aufsteigt, ist es etwas anstrengender — dafür kommt man direkt zum Hirschsprung als ersten Punkt.

Was kostet die Standseilbahn zur Diana? Aktuelle Preise an der Kasse beim Grandhotel Pupp oder auf der Website der Standseilbahn. Die Aussichtsplattform des Turms ist kostenlos.

Gibt es Toiletten auf der Route? Am Anfang — bei der Marktkolonnade. Am Ende — beim Grandhotel Pupp. Auf dem Pfad selbst — keine.

Zu welcher Jahreszeit ist die Route am schönsten? Frühling und Sommer — alles grün und blühend. Herbst — das Laub macht die Aussichtspunkte besonders eindrucksvoll. Im Winter kann der Pfad vereist sein, aber die Aussicht auf die verschneite Stadt ist unvergesslich.

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