Grandhotel Pupp: Die Geschichte des berühmtesten Hotels Karlsbads seit 1701

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17.09.2026

Manche Gebäude werden zum Symbol einer Stadt. Das Grandhotel Pupp ist genau das. Ein Fünf-Sterne-Hotel in einem neubarocken Palais am Ufer der Teplá, am Ende der Hauptkurpromenade. Es fotografiert jeder, der nach Karlsbad kommt — auch jene, die nicht dort übernachten.

Hinter dieser Fassade stecken mehr als 300 Jahre Geschichte. Ein Konditor, der eine Hoteldynastie gründete. Zaren, Kaiser, Komponisten und Schriftsteller in denselben Gängen. Verstaatlichung, Umbenennung, Rückkehr eines Namens. Und James Bond.

1701: Der Sächsische Saal — der Anfang von allem

Die Geschichte des Grandhotel Pupp beginnt nicht mit einem Hotel, sondern mit einem Ballsaal.

Im Jahr 1701 ließ der Bürgermeister Karlsbads, Anton Deiml, am Ufer der Teplá einen repräsentativen Saal für die aristokratischen Kurgäste errichten — den sogenannten Sächsischen Saal. Der Sächsische Kurfürst Friedrich August beteiligte sich finanziell, das Saisonpersonal reiste aus Leipzig an — daher der Name.

Bald darauf errichtete auf der anderen Seite der Flussbiegung ein weiterer Bürgermeister — Andreas Becher — seinen eigenen Saal: den Böhmischen Saal. Beide Säle, die senkrecht zueinander standen, bildeten zusammen mit dem später erbauten Haus „Zum Gottesauge“ die Grundlage des späteren Hotels.

Hotel Pupp

Johann Georg Pupp: Der Konditor, der eine Dynastie gründete

Im Jahr 1760 kam ein junger Konditor aus Belarus nach Karlsbad — Jan Jiří Pop. Er fand Arbeit bei einem lokalen Konditor namens Mitterbach.

1775 heiratete er Mitterbach’s Tochter Františka. Die Witwe des ehemaligen Bürgermeisters Becher hatte zu diesem Zeitpunkt ein Drittel des Böhmischen Saals an Františka verkauft. 1776 kauften die Eheleute die restlichen Anteile und wurden Alleineigentümer. Damals begann Jan Jiří Pop, die deutsche Variante seines Namens zu verwenden — Johann Georg Pupp.

Das war eine Geschichte klassischen unternehmerischen Erfolgs: Ein Konditor in der aristokratischen Gesellschaft der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, der Schritt für Schritt aufbaute, was innerhalb weniger Generationen zu einem der bekanntesten Hotels Europas werden sollte.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs das Unternehmen stetig. 1890 erwarb die Familie Pupp auch den Sächsischen Saal — nun gehörten beide Gebäude einem Eigentümer. Im selben Jahr wurde eine Aktiengesellschaft gegründet.

1896–1907: Fellner & Helmer — die Geburt eines Palais

1896 beauftragten die Pupp-Brüder Antonius, Julius und Heinrich das Wiener Architekturbüro Fellner & Helmer — das renommierteste Theater- und Hotelarchitekturbüro Mitteleuropas — mit der Umgestaltung des gesamten Komplexes.

Dieselben Architekten entwarfen die Karlsbader Mühlbrunnkolonnade (1871–1881), die Gartenkolonnade und Dutzende Theater in der gesamten Monarchie.

Der Umbau dauerte bis 1907. Das Ergebnis: ein einheitlicher neubarocker Palastkomplex mit reich verzierten Fassaden, Repräsentationssälen, einem Spiegelsaal und dem Grand Restaurant. Dieses Gebäude steht noch heute.

Die offizielle Eröffnung des heutigen Gebäudes erfolgte 1894. Bis 1907 wurden alle Teile zu einem einheitlichen Komplex zusammengefasst.

Grandhotel Pupp: Die Geschichte des berühmtesten Hotels Karlsbads seit 1701

Gäste, die das Hotel in die Geschichte eingeschrieben haben

Die Gästeliste des Grandhotel Pupp liest sich wie ein Lehrbuch europäischer Kultur und Politik.

Monarchen und Staatsmänner: Peter der Große (der russische Zar besuchte Karlsbad mehrmals), Franz Joseph I. (Kaiser von Österreich), Eduard VII. (König von Großbritannien).

Komponisten: Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Richard Wagner — alle hielten sich zu verschiedenen Zeiten in Karlsbad auf und besuchten die Säle an der Teplá.

Schriftsteller und Denker: Johann Wolfgang von Goethe (13 Besuche in Karlsbad), Franz Kafka, Sigmund Freud.

Zeitgenössische Gäste: Morgan Freeman, Jude Law, Johnny Depp — viele von ihnen beim Karlsbader Filmfestival.

Zeitgenössische Gäste: Morgan Freeman, Jude Law, Johnny Depp

Verstaatlichung und Umbenennung: Ein dunkles Kapitel

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Hotel 1945 verstaatlicht. Die Familie Pupp emigrierte.

Während der kommunistischen Ära wurde das Hotel umbenannt — es hieß fortan „Moskau“ (Moskva). Der Name Pupp verschwand für Jahrzehnte von der Fassade.

Nach der Samtenen Revolution 1989 wurde der historische Name wiederhergestellt. Das Grandhotel Pupp wurde wieder zum Grandhotel Pupp.

Casino Royale 2006: Wie Pupp zum Hotel Splendide wurde

2006 kam der Film Casino Royale mit Daniel Craig als James Bond in die Kinos. Ein erheblicher Teil der Dreharbeiten fand in Karlsbad statt — und das Grandhotel Pupp spielte die Rolle des fiktiven Hotel Splendide in Montenegro, wo das zentrale Kartenturnier stattfindet.

Im Film zu sehen: die Hauptfassade des Hotels, die Prachttreppe, die Kasinoinnenräume (innerhalb des Gebäudes ausgestattet) und die Teplá-Promenade vor dem Eingang.

Es war nicht das erste Mal, dass das Hotel auf der Leinwand erschien. Hier wurde auch Last Holiday mit Queen Latifah und Gérard Depardieu gedreht.

Für Touristen, die nach dem Ansehen von Casino Royale nach Karlsbad kommen — das Grandhotel Pupp sieht noch genauso aus wie im Film. Die Fassade hat sich nicht verändert.

Grandhotel Pupp: Die Geschichte des berühmtesten Hotels Karlsbads seit 1701

KVIFF: Hotel und Filmfestival

Das Karlsbader Internationale Filmfestival (KVIFF) ist das einzige Kategorie-A-Filmfestival in Mitteleuropa. Das Grandhotel Pupp ist seit der Gründung des Festivals dessen Hauptveranstaltungsort.

Jeden Juli wird der rote Teppich am Haupteingang des Hotels zum Mittelpunkt des kinematografischen Lebens der Region. Offizielle Empfänge, Pressekonferenzen und Begegnungen finden hier statt. Viele Stargäste des Festivals übernachten im Hotel selbst.

Architektur: Was es draußen und drinnen zu sehen gibt

Außen: Neubarocke Fassade mit reicher Stuckverzierung, Risalite, eine Kuppel über dem Mittelteil. Das Gebäude nimmt einen ganzen Häuserblock an der Biegung der Teplá ein — bester Blick vom gegenüberliegenden Ufer oder von der Brücke vor dem Eingang.

Innen (auch für Nicht-Hotelgäste zugänglich):

  • Café Pupp — ein Café in historischem Ambiente, für jedermann geöffnet. Ein guter Ort für Kaffee und Gebäck mit Blick auf die Promenade.
  • Grand Restaurant — ein Repräsentationssaal mit historischem Dekor. Mittag- oder Abendessen hier ist ein Erlebnis für sich.
  • Becher’s Bar — benannt nach dem Gründer der Becherovka (Becher war Bürgermeister, dessen Saal Teil des Komplexes wurde).
  • Spiegelsaal — der historische Veranstaltungsraum.

Spa Franziska — benannt nach der Frau des Gründers, Františka Pupp. Beim Bau des Spa-Bereichs wurden Glasflaschen mit historischen Dokumenten entdeckt, darunter ein Rezept für ein entspannendes Bad, handgeschrieben von Františka selbst. Das Rezept wird heute im Hotel-Spa verwendet.

Praktische Informationen: Wie man hinkommt und was es kostet

Adresse: Mírové náměstí 2, Karlsbad — am Ende der Hauptkurpromenade, ~500 Meter zu Fuß von Vřídlo entlang der Nová Louka.

Café Pupp: für jedermann geöffnet, Kaffee und Desserts ab 4–8 €. Die zugänglichste Möglichkeit, das Innere zu erleben.

Grand Restaurant: Abendessen ab 50–80 € pro Person. Dresscode: Smart Casual.

Übernachtung: ab ~180–250 € für ein Standardzimmer in der Nebensaison, bis 400 € und mehr in der Hauptsaison. 228 Zimmer und Suiten.

Terrainkur: Die Hauptterrainkurroute zum Dianaturm beginnt am Haupteingang des Hotels — 30–40 Minuten Aufstieg durch den Wald.

Grandhotel Pupp: Die Geschichte des berühmtesten Hotels Karlsbads seit 1701

Details, die Sie in keinem Reiseführer finden

Františkas Baderezept. Beim Bau des Spa-Bereichs entdeckten Arbeiter eingemauerte Flaschen mit historischen Dokumenten aus dem 18. Jahrhundert. Darunter: ein handgeschriebenes Baderezept von Františka Pupp. Das Rezept wird heute im Spa des Hotels verwendet.

Die Becherovka-Verbindung. Der Böhmische Saal — Vorläufer eines Teils des Grandhotel Pupp — wurde von Bürgermeister Andreas Becher erbaut, einem Verwandten jenes Becher, der dem Likör seinen Namen gab. Die Geschichte Karlsbads ist eng miteinander verwoben.

Sechs Generationen. Vor der Verstaatlichung 1945 führten sechs Generationen der Familie Pupp das Hotel — von 1775 bis 1945. Das sind 170 Jahre einer Familie.

Laufende Restaurierung. Das Hotel unterzieht sich derzeit einer umfangreichen, behutsamen Restaurierung seiner historischen Innenräume — mit Erhalt der originalen Details aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Grandhotel Pupp und City Hub Feel Karlovy Vary

Der Dianaturm — der wichtigste Aussichtspunkt Karlsbads — liegt direkt oberhalb des Grandhotel Pupp. Die Terrainkurroute beginnt am Haupteingang des Hotels.

Wenn Sie die Geschichte Karlsbads im Zusammenhang verstehen möchten — beginnen Sie den Tag mit dem Dokumentarfilm „Karlsbad: Die Kraft des Wassers“ im City Hub auf der Lázeňská 14 (Vorstellungen um 16:00 und 20:00 Uhr) und gehen Sie dann die Promenade zum Pupp entlang. Die Geschichte des Kurorts und die Geschichte des Hotels werden zu einem einzigen Erzählstrang.


→ Was man in Karlsbad sehen kann: Insider-Stadtführer → Erster Tag in Karlsbad: Route nach Stunden → Alle 13 Karlsbader Quellen: Vollständiger Leitfaden → Karlsbad im Herbst — die beste Jahreszeit: Lesen

movie Empfohlen nach einem Spaziergang durch die Stadt

Entdecken Sie die Geheimnisse von Karlsbad im Film „Die Kraft des Wassers“

Ein einzigartiger Dokumentarfilm über Thermalquellen, die Geschichte des Kurortes, Heilwasser und darüber, warum Karlsbad zu einer der bekanntesten Kurstädte Europas wurde.
  • alarm 60 Minuten auf Russisch, Englisch, Deutsch und Tschechisch
  • calendar_month Vorführungen täglich um 16:00 und 20:00 Uhr
  • location_on Kinosaal im Zentrum, neben der Mühlbrunnkolonnade
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