Entdecken Sie die Geheimnisse von Karlsbad im Film „Die Kraft des Wassers“
- 60 Minuten auf Russisch, Englisch, Deutsch und Tschechisch
- Vorführungen täglich um 16:00 und 20:00 Uhr
- Kinosaal im Zentrum, neben der Mühlbrunnkolonnade
Karlsbad ist nicht nur Quellen und Trinkkuren. Es ist eine Stadt, in der innerhalb gehbarer Entfernung ein gotischer Turm aus dem 14. Jahrhundert, eine neurenaissance Galerie des Architekten des Prager Nationaltheaters und ein neugotischer Aussichtsturm stehen, der auf Initiative einer belgischen Prinzessin errichtet wurde. Die architektonische Geschichte der Stadt umfasst fast 700 Jahre — und der größte Teil dieses Erbes lässt sich kostenlos besichtigen.
Dieser Artikel konzentriert sich gezielt auf Architektur und Geschichte: was gebaut wurde, von wem, und warum es sich lohnt, das zu sehen, auch wenn Sie nicht wegen einer Behandlung nach Karlsbad gekommen sind.







Der viergeschossige gotische Turm, der sich über dem Marktplatz erhebt, ist das älteste Bauwerk der Stadt. Seine Geschichte beginnt um das Jahr 1358 — er ist das einzige erhaltene Fragment einer kleinen gotischen Festung, die auf Befehl Kaiser Karls IV., des Begründers des Kurorts, errichtet wurde.
Nach einem großen Brand 1608 wurde der Turm zu einem Wachturm umgebaut. Heute befinden sich im Schlossturm ein Restaurant und die Galerie „Na ochozu” („An der Aussichtsgalerie”) — es ist also kein reines Fotomotiv, sondern ein funktionierendes Gebäude, das man tatsächlich betreten kann.
Adresse: Tržiště (über der Marktkolonnade), historisches Zentrum.
Die Kolonnaden sind keine simplen Überdachungen über Quellen, sondern vollwertige architektonische Bauwerke mit eigener Geschichte und eigenem Stil.
Mühlkolonnade — die größte, erbaut 1871–1881 im neurenaissance Stil. Architekt war Josef Zítek — derselbe, der das Nationaltheater in Prag entworfen hat. Die Galerie ist 132 Meter lang, hat 124 Säulen und beherbergt fünf Quellen. Die dekorativen Skulpturen auf dem Dach symbolisieren die zwölf Monate des Jahres.
Marktkolonnade — aus Holz, im Schweizer-Chalet-Stil, erbaut 1883. Genau hier, an der Karl-IV.-Quelle, begann die Kurgeschichte der Stadt.
Sprudelkolonnade (Vřídlo) — ein modernes Glasgebäude über der bekanntesten Quelle der Stadt. Im Inneren: die heiße Vřídlo-Quelle, die bis zu 12 Meter hoch bei +72°C aufsteigt und aus fast 2 Kilometern Tiefe kommt. Unter der Kolonnade liegt ein unterirdischer Bereich, der für Führungen zugänglich ist.
Architektonisch zeigen die Kolonnaden die Entwicklung des Kurbaus: vom hölzernen Chalet des 19. Jahrhunderts über die neurenaissance Steingalerie bis zum Glasbau des 20. Jahrhunderts — alles innerhalb wenigen hundert Metern.
Das Karlsbader Stadttheater wurde 1886 nach einem Entwurf der Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer errichtet — derselben Architektenfirma, die später auch den Goethe-Aussichtsturm entwarf. Das Gebäude ist im Stil des Historismus gehalten, mit reichem skulpturalem Schmuck, handgemalten Details und einem geschnitzten Vorhang.
Das Theater ist weiterhin in Betrieb und veranstaltet das ganze Jahr über Aufführungen, Konzerte und Kulturveranstaltungen.
Adresse: Divadelní náměstí, historisches Zentrum.
Eines der historisch vielschichtigsten Gebäude der Stadt. Die erste Kirche an dieser Stelle entstand bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil. 1518 wurde das Gebäude mit Renaissance-Elementen umgebaut. Nach einer Reihe von Bränden entschied man sich, die Kirche völlig neu zu errichten — und was heute auf dem Freiheitsplatz steht, ist ein Bauwerk des Hochbarock, fertiggestellt 1737.
Die Kirche ist weiterhin in Nutzung: Hier finden Gottesdienste und Konzerte geistlicher Musik statt.
Adresse: náměstí Svobody, neben der Sprudelkolonnade.
Der hölzerne Turm über der Stadt wird oft mit Goethe assoziiert, doch die Geschichte des Bauwerks ist interessanter als eine bloße Widmung an den Dichter.
Der Turm wurde 1888–1889 nach einem Entwurf derselben Wiener Architekten Fellner und Helmer errichtet, die auch das Stadttheater entworfen haben. Initiatorin des Bauprojekts war die belgische Prinzessin Stephanie, Ehefrau des österreichischen Kronprinzen Rudolf — sie war von der Aussicht von diesem Hügel so beeindruckt, dass sie den Bau eines Aussichtsturms anstieß. Das Bauwerk trug ursprünglich den Namen „Kronprinzessin-Stephanie-Warte”, wurde nach dem Ersten Weltkrieg nach dem Schriftsteller Adalbert Stifter umbenannt, hieß 1945 „Stalin-Warte” und trägt erst seit 1957 den Namen Goethes — der tatsächlich während seiner Aufenthalte in Karlsbad botanische Spaziergänge in dieser Gegend unternahm.
Technische Daten: Gesamthöhe 39 Meter, Aussichtsplattform auf 23,6 Metern, 165 Stufen.
Wichtig vor dem Besuch: Der Turm wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts wiederholt für Renovierungen geschlossen, die letzte größere Restaurierung erfolgte 2017–2018. Stand 2026 ist der Turm freitags bis sonntags von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (Öffnungszeiten können je nach Saison und Wetter variieren) — wir empfehlen, den aktuellen Plan vor dem Besuch zu prüfen, da der Ort nicht täglich geöffnet ist.
Anfahrt: Bus Nr. 8 bis zur Haltestelle Hůrky, dann etwa 1,2 km zu Fuß entlang des Gogol-Pfades. Alternativ zu Fuß vom Zentrum über den gelb markierten Wanderweg durch die Drei Kreuze — eine 3,5 km lange Route mit etwa 260 Metern Höhenunterschied, eine durchaus anspruchsvolle Wanderung.
Im Gegensatz zum hölzernen Goethe-Turm ist der Diana-Turm aus Backstein gebaut, errichtet 1912–1914 nach einem Entwurf des lokalen Architekten Anton Breinl im Stil der nordeuropäischen Backstein-Neugotik. Eröffnet wurde er am 27. Mai 1914.
Technische Daten: Gesamthöhe 32 Meter, Aussichtsplattform auf 24 Metern, 150 Stufen oder Aufzug.
Im Gegensatz zum Goethe-Turm ist Diana regelmäßig in Betrieb und mit einem modernen Aufzug ausgestattet — es ist der zugänglichste und beliebteste Aussichtspunkt der Stadt, erreichbar mit der Standseilbahn vom Grandhotel Pupp.
Ein Park im Zentrum der Stadt, benannt nach dem tschechischen Komponisten Antonín Dvořák. Neben der landschaftlichen Schönheit — gepflegten Rasenflächen, einem kleinen See und alten Bäumen — befindet sich im Park ein Denkmal für den Komponisten und eine gusseiserne Kolonnade mit filigranem Dekor. Darunter verbirgt sich die Hadí-Quelle (Schlangenquelle), die kälteste aller Karlsbader Mineralquellen.
Zwei Museen der Stadt ergänzen das architektonische Bild um Produktionsgeschichte.
Jan-Becher-Museum — im Gebäude, in dem seit 150 Jahren der legendäre Kräuterlikör Becherovka hergestellt wird. Das genaue Rezept bleibt ein Betriebsgeheimnis. Die Führung endet mit einer Verkostung.
Moser-Glasmuseum — 150 Jahre Geschichte der Glasherstellung, über 2.000 Exponate, die Möglichkeit, Glasbläsern live bei der Arbeit zuzusehen.
Die meisten der beschriebenen Gebäude liegen in Gehweite zum Zentrum, mit Ausnahme der beiden Aussichtstürme. Eine sinnvolle Tagesroute:
Schlossturm → Marktkolonnade → Sprudelkolonnade → Kirche der Heiligen Maria Magdalena → Mühlkolonnade → Stadttheater → Dvořák-Park.
Für die Aussichtstürme (Diana und Goethe) lohnt sich ein eigener halber Tag — besonders, wenn Sie planen, zum Goethe-Turm über die Drei Kreuze zu wandern.
Vor dem Besuch des Cinema Hub bei Feel Karlovy Vary lohnt sich der Dokumentarfilm „Karlsbad: Die Kraft des Wassers” — er liefert den historischen Kontext des Kurorts, der einen architektonischen Spaziergang deutlich sinnvoller macht.

Kann man den Goethe-Turm ohne vorherige Anmeldung besteigen? Ja, aber nur an den Öffnungstagen und zu den Öffnungszeiten (derzeit Freitag bis Sonntag, 11:00–18:00 Uhr, Stand 2026). An Werktagen ist der Turm geschlossen — der Schlüssel zur Plattform wird am Ausgabefenster des Cafés am Turm ausgegeben.
Welche Kolonnade ist die älteste? Die Marktkolonnade — genau hier, an der Karl-IV.-Quelle, begann die Kurgeschichte der Stadt.
Sind die Aussichtstürme kostenlos? Der Eintritt zur Plattform des Goethe-Turms ist kostenlos. Auch die Plattform des Diana-Turms ist frei zugänglich, kostenpflichtig ist nur die Fahrt mit der Standseilbahn hinauf.
Wer hat die Mühlkolonnade entworfen? Josef Zítek — derselbe Architekt, der auch das Nationaltheater in Prag entworfen hat.
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